Frau befüllt einen Teller in der Kantine

Qualitätssicherung für die Verpflegung in Kitas

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Um Qualität im Verpflegungsbereich zu sichern, gilt es einerseits, gesetzliche Regeln zu beachten und andererseits, weitere Maßnahmen des Qualitätsmanagements zu verstetigen. Während die Vorgaben zur Hygiene und Kennzeichnungspflichten im Lebensmittelbereich verpflichtend sind, können Zertifikate, Siegel oder Kennzeichnungen eine freiwillige Maßnahme darstellen, die die Einhaltung bestimmter Qualitätskriterien nachweisen und nach außen demonstrieren.

Verpflichtende und freiwillige Vorgaben

Gesetzliche Regelungen

Kitas, die eine regelmäßige Verpflegung anbieten, sind Einrichtungen der Gemeinschaftsverpflegung. Sie müssen daher nach der EU-Lebensmittel-Hygiene-Verordnung (1) ein Lebensmittelsicherheits- oder Hygienekonzept erstellen und unterliegen der amtlichen Lebensmittelüberwachung. Die Basis des Hygienemanagements bildet die bauliche, räumliche und technische Ausstattung der Einrichtung. Die Gute Hygienepraxis“ beinhaltet alle Maßnahmen für eine grundlegende Hygiene und umfasst die Küche, die Lebensmittel und das Personal, gilt aber auch für mithelfende Kinder. Dabei kommen zahlreiche nationale Richtlinien zur Anwendung. Die jährliche Mitarbeiterschulung nach dem Infektionsschutzgesetz (2) ist besonders bei kleinen Kindern wichtig, da ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet ist. Verpflichtend ist außerdem ein Eigenkontrollsystem nach HACCP. Außerdem müssen Kitas die Verordnungen zur Kennzeichnung von Lebensmitteln und Inhaltsstoffen beachten, die vor allem den Speiseplan betreffen, selbst wenn das Essen geliefert wird (3).

Zertifizierung lohnt sich

Die dauerhafte Umsetzung von Standards bei der Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder sichert deren Qualität nachhaltig. Mit einer Zertifizierung können Kitas und Cateringunternehmen nachweisen, dass sie definierte Kriterien aus verschiedenen Qualitätsbereichen erfüllen. Damit können sie zum einen ihr Image und ihre Wettbewerbschancen gegenüber anderen Einrichtungen und Anbietern erhöhen. Zum anderen trägt die intensive Beschäftigung mit den Empfehlungen während der Zertifizierungsphase dazu bei, dass alle Beteiligten wertvolle Kompetenzen im Bereich der bedarfsgerechten Verpflegung für Kinder hinzugewinnen. Regelmäßige Re-Audits stellen sicher, dass die erreichte Qualität auch dauerhaft erhalten bleibt. Eine Aufgabe, an der alle Akteure gemeinsam arbeiten müssen. Für Kindertageseinrichtungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich in verschiedenen Bereichen der Verpflegung zu zertifizieren.

Zertifizierung nach dem DGE-Qualitätsstandard

Der DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder enthält wissenschaftlich begründete Anforderungen, die für die Sicherstellung eines adäquaten Verpflegungsangebotes in Kitas erfüllt sein müssen. Sowohl Kitas als auch Cateringunternehmen, die auf Grundlage des DGE-Standards an der Qualität der Verpflegung arbeiten möchten oder dies schon tun, können eine FIT KID-Zertifizierung  anstreben. Wenn sie im Audit zeigen können, dass sie die Anforderungen an die ernährungsphysiologische Qualität sowie die prozess- und lebensweltbezogenen Kriterien erfüllen, bekommen sie von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) das Zertifikat inklusive Logo-Schild verliehen. Für eine FIT KID-PREMIUM-Zertifizierung müssen zusätzlich nährstoffoptimierte Speisen durch Einreichung von Wochenspeiseplänen und nährstoffberechneten Rezepten nachgewiesen werden.

Mehr Informationen zur Zertifizierung nach dem DGE-Qualitätsstandard finden Sie hier.

Quellen

(1) EU-Verordnung (EG) Nr. 178/2002

(2) Infektionsschutzgesetz (IfSG) – Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen

(3) Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Oktober 2011 (Lebensmittel-Informationsverordnung) (PDF)

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