Kinderhand greift nach Süßigkeiten

Süßigkeiten & Co verstecken?

Quelle: Rudy and Peter Skitterians@Pixabay

Mensen und Kioske können ihren Kunden die gesunde Wahl erleichtern.

Kioske in oder neben der Schule, im Schwimmbad oder in Indoorspielplätzen: Wo Kinder und Jugendliche selbst entscheiden können, was sie mit ihrem Geld kaufen, gibt es häufig ein sehr ungesundes Angebot. Fast-Food, Süßigkeiten und süße Getränke sind hier der Standard. Gibt es daneben auch gesunde Varianten, wie Obst, Vollkornprodukte, Joghurt oder Wasser, gehen diese meist unter und werden kaum gekauft. Eine Möglichkeit gegenzusteuern haben Schulen, indem sie das Angebot an zu süßen oder fettigen Produkten bewusst verknappen. Ein neuer Cochrane Review zeigt, dass ein geringeres Angebot an Optionen in einer Lebensmittelkategorie dazu führt, dass auch weniger dieser Lebensmittel gekauft werden.

Ob eine solche Verknappung alleine auch dazu führt, dass stattdessen gesündere Produkte konsumiert werden, blieb in dieser Übersichtsarbeit offen. Aber das Prinzip bietet anders herum die Chance, gesunde Produkte in den Vordergrund zu stellen, zu denen die Schülerinnen und Schüler dann vielleicht häufiger greifen.

Das Review zeigt auch, dass Kunden seltener zugreifen, wenn ungesunde Produkte, wie süße Desserts oder Getränke, weiter von ihnen entfernt aufgestellt sind. Das gilt zum Beispiel für ein Büffet, an dem der Nachtisch erst am Ende platziert ist, wenn das Tablett schon mit Salat und Hauptspeise gefüllt ist.

Wie so oft, macht eine solche Maßnahme in der Mensa oder am Schulkiosk allein noch keinen gravierenden Unterschied aus. Wer aber solche "Tricks" anwendet, um ungesunden Produkten die Show zu stehlen, und gleichzeitig den Rahmen für eine gute Ernährungsbildung und ein attraktives Angebot an ausgewogenen Lebensmitteln (Mahlzeiten, Snacks und Getränke) schafft, kann auch Schülerinnen und Schülern die gesündere Wahl erleichtern.

Das Prinzip, die Kundschaft mit kleinen Veränderungen der Verhältnisse auf die Idee zu bringen, etwas Gesundes auszuwählen, nennt die Fachwelt „Nudging“ (englisch: stubsen) . Mehr dazu auf den Seiten des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE). https://www.bzfe.de/inhalt/nudging-arbeitet-mit-anreizen-statt-verboten-33761.html

 

Quelle: deutsche Zusammenfassung von Cochrane Public Health Europe vom 4. September 2019.