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Schulverpflegung in Großbritannien

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In Großbritannien gelten seit 2007 verpflichtende Qualitätsstandards für die Schulverpflegung. Die Zahlen übergewichtiger und adipöser Kinder hatte seinerzeit eine landesweite Diskussion zur Qualität der Schulverpflegung ausgelöst.

Im Jahr 2007 hat das britische Bildungsministerium erstmalig verpflichtende Schulernährungsstandards veröffentlicht („The Requirements for School Food Regulations 2014“). Die Vorgaben enthalten detaillierte lebensmittelbezogene Angaben für die Zusammensetzung der Mahlzeiten in Schulen (1, 2, 3). Bereits 2005 gründete sich eine unabhängige Stiftung (School Food Trust) mit der Aufgabe, die Qualität der Schulverpflegung zu verbessern und zu sichern. Mit einer staatlichen Anschubfinanzierung von 15 Millionen britischen Pfund sowie weiterführenden Finanzierungen in Millionenhöhe konnte die Stiftung dieser Aufgabe für die Schulen in England, Wales und Schottland nachgehen. Seit 2011 wurde sie von unterschiedlichen Wohltätigkeitsverbänden sowie durch korporative Mitglieder und Sponsoren finanziert und benannte sich in „Children’s Food Trust“ um. Weil die Finanzierung im Laufe der folgenden Jahre nicht mehr länger gesichert war, musste der „Children´s Food Trust“ 2017 seine Arbeit einstellen.

Im Jahr 2013 wurde der „School Food Plan“ veröffentlicht, der Empfehlungen für eine gute Schulverpflegung enthält. Die Empfehlungen wurden von zwei bekannten Gastronomen in Zusammenarbeit mit einem Expertengremium erarbeitet, an dem auch der „Children’s Food Trust“ beteiligt war. Der „School Food Plan“ sowie die dazugehörige Initiative werden vom Bildungsministerium gefördert und zu über der Hälfte von Wohltätigkeitsorganisationen finanziert (4). Im Zentrum steht die Überzeugung, dass eine erfolgreiche Schulverpflegung nicht von oben verordnet werden kann, sondern in den Schulen selbst entwickelt werden muss. Die Expert*innen des „School Food Plan“ möchten Schulleitungen Werkzeuge an die Hand geben, um eine gute Verpflegung an ihrer Schule zu etablieren. Eine weitere wichtige Säule des Programms ist es, Kindern Kompetenzen rund um Essen, Kochen und Lebensmittel zu vermitteln.

School Food Alliance (SFP Alliance)

Im Jahr 2016 wurde das Expertengremium abgelöst, gleichzeitig gründete sich die „School Food Plan Alliance“ (SFP Alliance), die eine Vielzahl an Organisationen in Großbritannien unter einem Dach vereint, die sich für mehr Qualität in der Schulverpflegung einsetzen (7). Die aktuell geltenden Schulernährungsstandards wurden im Auftrag des Bildungsministeriums vom „School Food Plan“ formuliert und gelten seit Januar 2015 verpflichtend für alle staatlichen Schulen, außerdem für Privatschulen und freie Schulen, die ab 2015 gegründet wurden (2, 5). Eine Zusammenfassung der Standards sowie ein Praxis-Handbuch für Schulen, Köche und Caterer soll die Anwendung der Schulernährungsstandards erleichtern (6).

Factsheet der Europäischen Kommission zur Schulverpflegung in 

Quellen

(1) UK Legislation (2014): The Requirements for School Food Regulations 2014.

(2) UK Department of Education (2019): Standards for school food in England. Guidance on the standards for planning and providing food in schools.

(3) European Commission (2015): School food policy country factsheets

(4) www.schoolfoodplan.com/wp-content/uploads/2016/03/SFP-governance-and-funding.pdf

(5) The Independent School Food Plan (2016): The Plan www.schoolfoodplan.com/the-plan/

(6) The Independent School Food Plan (2016): School food standards. Actions in the School Food Plan www.schoolfoodplan.com/actions/school-food-standards/

(7) The Independent School Food Plan (2016): School Food Plan Alliance http://www.schoolfoodplan.com/sfp-alliance/