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3. Runder Tisch: Gemeinsam Qualität in der Ernährungsbildung entwickeln

Quelle: AdobeStock © freshidea

Bereits zum dritten Mal trafen sich Akteure zum Runden Tisch „Ernährung in der Kindertagesbetreuung“ virtuell auf Einladung des Nationalen Qualitätszentrums für Ernährung in Kita und Schule (NQZ). Aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchteten sie Qualitätsaspekte der Ernährungsbildung.

Anknüpfend an die Diskussionen vorangegangener Runder Tische standen bei diesem 3. Treffen am 10. November 2021 die vielfältigen Perspektiven zur Qualität von Ernährungsbildung in der Kindertagesbetreuung im Mittelpunkt. Seit 2019 fördert das NQZ mit jährlich stattfindenden Netzwerkveranstaltungen den Austausch der Akteure aus Bund, Ländern, Wissenschaft und Praxis zu Themen der Ernährungsbildung in Kita und Kindertagespflege.

Mahlzeiten als Schlüsselsituationen

Als Referentin hatte das NQZ Professorin Dr. Iris Nentwig-Gesemann von der Freien Universität Bozen in Brixen eingeladen. Die Expertin für Bildung im Kindesalter stellte auf Grundlage zweier Forschungsprojekte zentrale Aspekte zur Ernährungsbildung aus Sicht der Kinder vor. Für Kinder sind Mahlzeiten Schlüsselsituationen, in denen sie für ihr Leben lernen, leitete die Wissenschaftlerin ihren Impuls aus der Kindheitsforschung ein.

„Kinder sind Genießer*innen. Sie entdecken Lebensmittel mit allen Sinnen und großer Neugier und genießen leckeres Essen und eine schöne Atmosphäre bei den Mahlzeiten. Wichtig ist daher, die Perspektiven der Kinder in die Qualitätsentwicklung einzubeziehen, sie aufmerksam zu beobachten und ihnen gut zuzuhören. Die Wünsche, Beschwerden und Verbesserungsvorschläge von Kindern stellen wichtige Beitrage zur Qualitätsentwicklung dar.“
Prof. Dr. Iris Nentwig-Gesemann, Freie Universität Bozen

Alle Beteiligten einbeziehen: Kinder, Eltern, Pädagogen, Kita-Leitungen und Kita-Träger

Ebenfalls als Referentinnen eingeladen waren Stephanie Fromme, Fachreferentin für gesundheitsfördernde Ernährung der Abteilung Kindertagesstätten der Stadt Wiesbaden und Janine Herzberger, ehrenamtliche Sprecherin der Bundeselternvertretung der Kinder in Kita und Kindertagespflege (BEVKi).

Was Ernährungsbildung in der Kita ausmacht, verdeutlichte Stephanie Fromme anhand von drei zentralen Handlungsfeldern: der Verpflegung, der Mahlzeitenbegleitung und der praktischen Ernährungsbildung. Die Ökotrophologin zeigte die konkrete Umsetzung dieser Handlungsfelder in den 40 kommunalen Kitas der Stadt Wiesbaden auf und gab einen tiefen Einblick in die daraus gewonnenen Erkenntnisse. Sie betonte außerdem die hohe Bedeutung der Eltern als wichtige Partner zu Bildungsthemen rund um den Esstisch.

„Verpflegung ist Ernährungsbildung. Für alle ist daher der Grundgedanke, dass Essen ein Lernprozess ist, wichtig. Zentral dafür sind Beziehungsaufbau und -pflege rund um Mahlzeiten und im Kontext praktischer Ernährungsbildung.“
Stephanie Fromme, Stadt Wiesbaden

Welche konkreten Fragen Eltern zur Ernährungsbildung beschäftigen, erklärte Janine Herzberger (BEVKi). Als Bundeselternvertreterin kennt sie die Wünsche und Einstellungen von Eltern zu grundlegenden Qualitätsaspekten der Betreuung in Kita und Kindertagespflege sehr gut. 

„Eltern wollen mitentscheiden, was ihre Kinder essen. Qualität und Nachhaltigkeit sind dabei ebenso wichtig wie das Einbinden der Kinder bei der Zubereitung der Speisen.“
Janine Herzberger, BEVKi

Netzwerk hebt Bildungsaspekte von Mahlzeiten hervor

Die Perspektivenerweiterung durch die Referentinnen ergänzte der interdisziplinär zusammengesetzte Teilnehmendenkreis durch zahlreiche Anregungen. Gemeinsam beschrieb das Netzwerk im weiteren Austausch die vielfältigen Dimensionen von Bildung bei Mahlzeiten und Ernährungsthemen in Kita und Kindertagespflege. Weiterhin formulierten die Anwesenden zentrale Fragen zum Qualitätsverständnis der Ernährungsbildung.

Hintergrund zu den Runden Tischen Kindertagesbetreuung

Mit dem Austauschformat der Runden Tische führt das NQZ seine Maßnahmen zur Unterstützung der Bundesländer bei der Umsetzung des Gute-KiTa-Gesetzes zur Qualitätsentwicklung in der Kindertagesbetreuung fort. Auch im kommenden Jahr wird die interministerielle Zusammenarbeit des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend und des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft fortgesetzt, um einen wichtigen Beitrag zur Qualität der pädagogischen Begleitung von Essen und Trinken in Kita und Kindertagespflege zu leisten.

Für weitere Informationen:

  • Informationsportal des NQZ zum Gute-KiTa-Gesetz
     
  • Das NQZ im Gepräch mit Akteuren: Interview mit Janine Herzberger, Bundeselternsprecherin der Bundeselternvertretung für Kinder in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege (BEVKi)
     
  • Kitas in Wiesbaden: Der Film zum Ernährungskonzept
     
  • Studie des DESI-Instituts im Auftrag der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung „Kita-Qualität aus Kindersicht"
     
  • Studie des DESI-Instituts im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung „Kinder als Akteure in Qualitätsentwicklung und Forschung“
     
  • Forschungsprojekt „Achtung Kinderperspektiven! Mit Kindern KiTa-Qualität entwickeln“ der Bertelsmann-Stiftung
     
  • Materialien zur Ernährungsbildung in Kita und Kindertagespflege in der Arbeitshilfendatenbank des NQZ
     
  • Informationsportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zum Gute-KiTa-Gesetz
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