Bild zeigt Logo Wir halbieren! der Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfall in der Außer-Haus-Verpflegung
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Lebensmittelabfälle vermeiden – Kompetenzstelle startet

Quelle: KAHV

Die bundesweite Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen in der Außer-Haus-Verpflegung stellt ihr Maßnahmenpaket vor. Auch Speisenanbieter für Kita- und Schulverpflegung sind zum Mitmachen aufgerufen.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) führt der Verein United Against Waste seit Januar 2022 die Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfall in der Außer-Haus-Verpflegung (KAHV). Mit einem Maßnahmenpaket für alle Küchenbetriebe bundesweit hat sich die KAHV jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt. Als Teil der Nationalen Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung (Zu gut für die Tonne!) ist die KAHV neutraler und verbandsübergreifender Ansprechpartner. Das Thünen Institut begleitet als wissenschaftlicher Partner die Arbeit der Kompetenzstelle.

Wir halbieren!

Mit diesem Motto will die neu geschaffene Kompetenzstelle möglichst viele Unternehmen aus Gemeinschaftsverpflegung und Gastronomie gewinnen, sich gegen Lebensmittelverluste zu engagieren. Die Zielmarken hierfür hat das BMEL im Rahmen des Dialogforums Außer-Haus-Verpflegung im April 2021 gemeinsam mit wichtigen Branchenverbänden verabredet: Lebensmittelabfälle in der Außer-Haus-Verpflegung in Deutschland sollen bis 2025 um 30 % gesenkt und bis 2030 halbiert werden. Damit die Zielmarken messbar werden, sammelt und überprüft die KAHV branchenspezifische Daten zu Lebensmittelabfällen und bereitet diese auf.

Großes Einsparpotenzial auch in der Schulverpflegung

Voraussetzung dafür ist die breite Beteiligung von Unternehmen der Außer-Haus-Verpflegung. Auch Speisenanbieter für die Kita- und Schulverpflegung sind angesprochen. In Schulen fallen Lebensmittelabfälle vor allem durch Überproduktion und Tellerreste an, zeigen Abfallanalysen von United Against Waste. Einsparpotenziale von 30 bis 50 % seien in der Schulverpflegung durchaus machbar, so die Erfahrung von Torsten von Borstel, Geschäftsführer von United Against Waste und Leiter des Verbundprojektes. Auch andere Forschungsvorhaben zu einer abfallarmen Schulverpflegung zeigen eine hohe Effektivität von Maßnahmen in Schulen. (z. B. REFOWAS, KEEKS).

„Lebensmittelverschwendung adressiert Moral und Ethik sowie Klima- und Ressourcenschutz. Ganz aktuell aber auch die extrem steigenden Lebensmittelpreise. Lebensmittelabfälle vermeiden heißt bares Geld sparen, mit dem Preissteigerungen kompensiert werden können. Es lohnt sich also. Und es ist machbar!“
Torsten von Borstel, Leiter KAHV

Am Anfang steht die Abfallmessung – am Ende ein Zertifikat

Per Beteiligungserklärung können Küchenbetriebe mitmachen, Abfallzahlen messen und dokumentieren. Auf Basis der laufenden Messergebnisse setzt der Küchenbetrieb verbindliche Maßnahmen zur Reduzierung um und meldet die Erfolgsdaten der KAHV. Diese steht im gesamten Prozess mit viel Expertise zur Verfügung, beantwortet Fragen oder vernetzt mit relevanten Partnern. Aus den (anonymisierten) Erfolgsdaten ermittelt die KAHV Kennzahlen für die Branche. Für seine Mitwirkung erhält der Küchenbetrieb ein Zertifikat, mit dem das Engagement nach außen hin sichtbar wird.

Lebensmittelwertschätzung ist Bildungsthema

Auch Kitas und Schulen sind als Akteure gegen Lebensmittelverschwendung gefragt. Kinder und Jugendliche können im Sinne der Nachhaltigkeit ein umfassendes Verständnis dafür entwickeln, welche Auswirkungen ihr Ernährungshandeln für sich selbst und für zukünftige Generationen hat. Schulische Interventionen sind besonders wirksam, wenn Schüler*innen eng eingebunden sind. So können schon Diskussionen über Tellerreste in der Mensa Impulse setzen, die Veränderungsprozesse anstoßen.

In Ausschreibungen Kriterien gegen Lebensmittelverschwendung verankern

Kommunen sollten eine abfallarme Verpflegung in Kitas und Schulen als kommunales Ziel des Klimaschutzes nutzen, so ein Fazit einer Studie im Rahmen des Forschungsvorhabens REFOWAS, und Kriterien gegen Lebensmittelverschwendung auch in Leistungsbeschreibungen verankern. Beispielhaft nennen die Wissenschaftler*innen die Einführung eines Rückmeldesystems zu angebotenen Speisen oder jährlich verpflichtende Abfallmessungen. Schulträger, die Unterstützungsbedarf im Beschaffungsprozess von Schulverpflegung haben, können die am 9. Mai 2022 beginnende Web-Seminarreihe des NQZ nutzen. Die Online-Seminare vermitteln in kompakter Form aktuelles Wissen zur Ausschreibung und Vergabe von Schulverpflegung und geben Hilfestellung, u.a. auch zur nachhaltigen Beschaffung.

Quelle und weiterführende Informationen

  • Pressemeldung vom 04.04.2022: United Against Waste e.V. startet bundesweite Kompetenzstelle
     
  • Blog-Artikel zur Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfall in der Außer-Haus-Verpflegung. Bundesweite Strategie Zu gut für die Tonne!
     
  • Kompetenzstelle zur Vermeidung von Lebensmittelabfall in der Außer-Haus-Verpflegung www.kahv.de
     
  • NQZ-Informationsportal zur Verpflegungssituation im Setting Kita und Schule
     
  • NQZ-News vom 17.03.2022: Schulische Interventionen gegen Lebensmittelverschwendung sind wirksam
     
  • NQZ-News vom 23.10.2020: Bundesweite Befragung von Schulträgern