Ein kleiner Junge ist mit seinem etwas älteren Bruder in einem Spieltunnel.
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Kindertagesbetreuung kompakt: Ausbau muss weitergehen

Quelle: pixabay © amyelizabethquinn

Das Bundesfamilienministerium hat aktuelle Daten zum Ausbaustand und Betreuungsbedarf in der Kindertagesbetreuung veröffentlicht. Fast jedes Kind im Alter von drei bis fünf Jahren besuchte 2022 ein Angebot der frühkindlichen Bildung. Die Betreuungsquote bei den unter Dreijährigen ist nach einem leichten pandemiebedingten Rückgang wieder gestiegen. Dennoch bleibt eine große Lücke zwischen dem Betreuungsbedarf der Eltern und dem Platzangebot.

Der Ausbau der Kindertagesbetreuung muss weitergehen: So lautet das Fazit des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zum achten Bericht „Kindertagesbetreuung kompakt“. Dafür hat das BMFSFJ Daten zum Ausbaustand und zum Betreuungsbedarf in der Kindertagesbetreuung im Jahr 2022 sowie im Zeitverlauf zusammengestellt. Weil die amtlichen Statistiken nur die vertraglich vereinbarte Situation zu einem bestimmten Stichtag abbilden, hat das BMFSJ für ein umfänglicheres Bild zusätzlich Eltern zu ihrem subjektiven Belastungsempfinden und ihrem Betreuungsbedarf befragt. Zentrale Ergebnisse sind:

Kinder bis zum Schuleintrittsalter

  • Die Betreuungsquote für Kinder unter drei Jahren (U3) ist nach einem leichten Rückgang im Vorjahr wieder gestiegen und lag 2022 bei 35,5 %. Bei Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt blieb die Betreuungsquote konstant und lag bundesweit bei 92 %.
  • Bei der U3-Betreuungsquote bestehen nach wie vor große Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Während in Ostdeutschland 53,3 % der unter Dreijährigen eine Kita oder Kindertagespflege besuchten, waren es in Westdeutschland 31,8 %.
  • Der Betreuungsbedarf der Eltern ist höher als das Angebot: 49 % der Eltern von U3-Kindern wünscht sich einen Betreuungsplatz (bei einer Betreuungsquote von 35,5 %). Fast 97 % der Eltern von Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren möchten ihr Kind institutionell betreuen lassen (bei einer Betreuungsquote von 92 %). gedeckt und der Ausbau muss weitergehen.
  • Die Öffnungszeiten in der Kindertagesbetreuung unterschieden sich stark zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Osten öffneten Kindertageseinrichtungen deutlich früher und schlossen später als im Westen.
  • Im Kitajahr 2021/22 war eine zuverlässige Betreuung für viele Eltern nicht immer gegeben. Dabei waren Eltern von Kindern über drei Jahren von zeitweisen Schließungen häufiger betroffen als Eltern von Kindern unter drei Jahren. Für alle Eltern stellte diese Situation eine deutliche Belastung dar.

Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern

  • Im Schuljahr 2021/22 wurde bundesweit mehr als jedes zweite Grundschulkind im Alter von unter elf Jahren ganztägig betreut. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich der Anteil der betreuten Kinder auf 55 % leicht erhöht.
  • In Ostdeutschland ist die Ganztagsbetreuung von Grundschulkindern in Horten und schuli­schen Ganztagsangeboten stärker verbreitet als in Westdeutschland. 2022 variierten die Betreu­ungsquoten in den ostdeutschen Ländern zwischen 75 % in Sachsen-Anhalt und 90 % in Thüringen. In den westdeutschen Ländern lagen die Betreuungsquoten (mit Ausnahme von Hamburg) zwischen 61 % (Saarland) und 33 % (Schleswig-Holstein). In Hamburg lag die Betreuungsquote bei 98 %.
  • Im Bundesdurchschnitt bestand 2022 eine Lücke zwischen dem Betreuungsbedarf der Eltern und der Betreu­ungsquote von 18 Prozentpunkten. 73 % der Eltern mit Kindern im Grundschulalter hatten 2022 einen Betreuungsbedarf, ein Hort- oder Ganztagsschulan­gebot besuchten nur 55 % der Grundschulkinder.
  • Die Öffnungszeiten in der Kindertagesbetreuung unterschieden sich stark zwischen Ost- und Westdeutschland. Im Osten öffneten Horte und Einrichtungen mit Hortangeboten deutlich früher. Die Schließzeiten waren dagegen in Ost- und Westdeutschland ähnlich.
  • Vier von fünf Eltern waren im Schuljahr 2021/22 von zeitweisen Schließungen des Betreu­ungsangebots betroffen. Diese Situation stellte für sie eine deutliche Belastung dar.

Angebote haben wieder Vor-Pandemie-Niveau erreicht

Die Ergebnisse zeigten, dass die Anzahl der Kinder, die ein Angebot der Kindertagesbetreuung in Anspruch nehmen, wieder auf präpandemisches Niveau gestiegen ist, erklärt das BMFSFJ in seiner Schlussbemerkung. Dennoch müsse der Ausbau der Kindertagesbetreuung in Deutschland weitergehen, um ein bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Angebot zu erreichen. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend engagiert sich daher für den bedarfsgerechten Ausbau und die Verbesserung der Qualität der Kindertagesbetreuung.

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Quelle

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Kindertagesbetreuung kompakt. Ausbaustand und Bedarf 2022